| Leuths letzten Schulleiter verabschiedet: Alfons Tobrock |
| Veröffentlicht von Hartwig Janßen am 06.07.2010 |
Von Eberhard Lange
Leuth. "Pilmayae wakas tanka nici un acke u wa ahoe." zitierte die Grundschülerin Carla Georgee (9) und erklärte: "Das heißt Auf Wiedersehn."
Die Katholische Grundschule Leuth verabschiedete sich am Dienstag in einer gut zweistündigen Feier nach zwölf Jahren vom Schulleiter Alfons Tobrock (57), der an die Gemeinschaftsgrundschule Waldniel versetzt wurde.
Marlene Kritzner, dienstälteste Leuther Lehrerin, begrüßte in der Pausenhalle die Grundschüler, Elternvertreter, Ortsvorsteher Heinz-Robert Reiners und Roland Peuten, den Leiter des Schulverwaltungsamtes sowie Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde.
"Dieser Abschied ist kein Grund zu Freude, uns ist nicht nach Feiern zu mute." bemerkte Marlene Kritzner, wissend, dass es keinen Nachfolger für den scheidenden Schulleiter gibt. Die Grundschule Leuth wird nach den Sommerferien als Verbundschule mit der Kath. Grundschule Kaldenkirchen gemeinsam geführt und von Kaldenkirchen her geleitet.

"In zwölf Jahren hast Du tiefe Spuren hinterlassen. Deshalb haben wir mit den Kindern dieses Programm gestaltet." Tobrock habe die olympische Idee zu einem Teil des Schulprogramms gemacht. "Olympische Sommerspiele auf dem Schulhof, Winterspiele in der Turnhalle wurden entwickelt und zum bundesdeutschen Vorbild. Das olympische Fair play wurde unser Leitbild." Die Grundschüler stellten Abordnungen aus allen Kontinenten. Australier, Afrikaner, Asiaten, Amerikaner und Europäer stellten sich mit Texten Liedern und Tänzen vor. Zum Schluss gab's olympische Spiele. Dabei mußte Tobrock im Pedalo "Schlitten" fahren, mit olympischen Ringen Jonglieren und den Dreisprung beim Seilchenspringen vorfahren. Die Kids skandierten "Herr Tobrock, Herr Tobrock.." und der schaffte die Prüfungen so gut, so dass sogar die Mütter begeistert applaudierten,. Zum Schluss wurde aus dem einstigen Olympischen Waffengang ein Lauf im doppelten Clownkostüm (Das bunte Kostüm ist die Rüstung zum mit nach Hause nehmen). Mit Referendarin Frauke Gerland lief Tobrock in dem von Eltern genähten bunten Kostüm eine Abschiedsrunde durch die Pausenhalle. Danach gab`s eine Goldmedaille zu Erinnerung und ein Lebkuchenherz (Text: Du bist ein starker Typ).
Im Sachkunderaum ließen die Kollegen die "zwölf Jahre Tobrock" von A - wie Abzeichnen über B = Betreuung, und C = Computer, P = Projekte, bis S = Schule, Sport, Sponsorenlauf und Spiel Revue passieren. "Er hat uns aus der datentechnischen Steinzeit in Computerzeitalter geführt."
Zum Schluss sangen alle "Hebt die Tassen, heute feiern wird." und "Unsere Schule hat keine Segel."

Für die Kids gab's Eis. Alfons Tobrock hatte den Eiswagen auf den Schulhof bestellt - und als alle auf dem Schulhof locker weiter feiern wollten, da weinte der Himmel. Mit Blitz, Donner und einem kräftigen Regenguss verabschiedete der Himmel den letzten, den 18. Leuther Schulleiter. Eltern und Kinder flüchteten in die Schule und trauten sich auch nach dem Gewitter zunächst nichtmehr nach draußen.
Am 27. Oktober 1952 in Lobberich geboren, verheiratet, 2 Töchter, wohnhaft in Boisheim. Nach dem Studium war er von 1977 bis 1985 Lehrer an der Hauptschule Lobberich und von 1985 bis 1998 Lehrer an der Gemeinschaftsgrundschule Lobberich. Als Leiter des LSB-Bildungswerks (Landessportbund) ist er über Nettetal hinaus bekannt und geschätzt. Seit dem 19. März 1998 bis zu 14. Juli 2010 war er Schulleiter in Leuth. Seit Mai 2010 leitet er zeitgleich die Gemeinschaftrsgrundschule Waldniel. Er wurde von der kleinsten Grundschule im Kreis Viersen an die größte Grundschule im Kreis versetzt.
Zuletzt geändert am: 12.07.2010 um 14:39
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