| Netteverband investiert in den Nettedamm an der Leuther Mühle |
| Veröffentlicht von Hartwig Janßen (admin) am 02.09.2009 |
Der Netteverband hat vor wenigen Tagen an der Leuther Mühle mit dem 2. Bauabschnitt zur Sanierung des Nettedammes begonnen. Das Bauwerk wurde immer wieder durch Wühltiere wie Nutrias und Bisamratten beschädigt und ist dadurch in der Vergangenheit bereits mehrfach abgesackt und gebrochen. „Eine verminderte Wasserversorgung der unterhalb gelegenen Seen Schrolik und Poelvenn mit wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sowie der Gräben von Schloss Krickenbeck war die Folge“, erläutert der Geschäftsführer des Netteverbandes, Volker Dietl. Der Verband hatte im vergangenen Jahr bereits den Dammabschnitt zwischen Leuther Mühle und Schrolik auf einer Länge von 1.050 Metern saniert. Jetzt werden weitere 160.000 Euro investiert, damit ein 500 Meter langes Teilstück zwischen Leuther Mühle und Witt-See wieder standfest wird. Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme einschließlich der Planungsleistungen werden bei rund 600.000 Euro liegen, davon finanziert das Land NRW 80%. Ausgeführt werden die bis Oktober dauernden Arbeiten von der Firma Böwingloh & Helfbernd aus Verl. Die Bauarbeiten werden in einem engen Zeitfenster durchgeführt, um brütende und rastende Vögel in dem Naturschutzgebiet möglichst wenig zu stören.
Wie im ersten Bauabschnitt auch, werden wieder drei und vier Meter lange Kanaldielen in Blöcken zu jeweils drei Stück mit einem Spalt von vier Zentimetern zwischen zwei Blöcken eingebracht. Die Dielen verhindern die Tätigkeit der Wühltiere und machen bereits vorhandene Baue unbenutzbar. Die Wasserzufuhr der Seen Schrolik und Poelvenn sowie der Gräben von Schloss Krickenbeck werden so gesichert. Gleichzeitig kann durch die Schlitze immer noch genügend Sicherwasser in die Secretis abfließen. Christian Wagner, Vorsteher des Netteverbandes: „Der Nettedamm sichert das ökologische Gleichgewicht dieser für unsere Seenstadt ganz wichtigen Systeme“. Die Nette wurde im 13. Jahrhundert zwischen de Witt-See und Schrolik an den Talrand und damit in ein zwei Meter höher gelegenes Flussbett verlegt. In dem alten Flusslauf bildeten sich die Nette-Kuhlen.
Algenwuchs auf den Netteseen und der Nette
In diesem Sommer wurden Massenentwicklungen von höheren Wasserpflanzen („aquatischen Makrophyten“) im Poelvenn, im Großen Witt-See sowie nördlich des Witt-Sees in der Nette beobachtet. Die sich ausbreitenden Bestände haben den Badebetrieb und Kanusport beeinträchtigt oder störten ganz einfach. „Sie sind aber ungefährlich, ganz im Gegenteil. Das verstärkte Wachstum kann als Folge der verbesserten Wasserqualität interpretiert werden, da durch das klare Wasser die Sonnenstrahlen bis auf den Seegrund dringen können“, so Dietl. Die Trübung der Seen verhinderte bisher dieses Wachstum. Damit die Seen zunächst wieder für den Wassersport genutzt werden können hat der Verband damit begonnen, die Seen an einigen Stellen zu mähen. „Eine Mahd der Wasserpflanzen mindert nur zeitweise das Problem, löst es aber nicht. Unsere Seen befinden sich einer Übergangsphase, die uns noch länger begleiten wird“, so Verbandsvorsteher Wagner. Zurzeit arbeitet der Netteverband an einem Gesamtkonzept zur nachhaltigen Entwicklung aller Seen im Einzugsgebiet der Nette im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Hierbei wird auch geprüft, wie künftig die Arbeit des Netteverbandes finanziert werden kann.
40 Jahre Netteverband
Mit einigen Festvorträgen und einer Exkursion an die Nette feiert der Verband am 1. Oktober sein 40-jähriges Bestehen. Der Netteverband unterhält seit 1969 die Gewässer rund um die 28,3 km lange Nette. In einem Einzugsgebiet von 165 km² befinden sich zwölf Seen mit einer Gesamtfläche von 180 Hektar. Diese werden von der Nette, Renne bzw. dem Königsbach durchflossen. Die Gesamtlänge aller betreuten Gewässer beträgt 200 km. Schwerpunkte des Netteverbandes stellen die Unterhaltung, der naturnahe Ausbau von Gewässern, der Hochwasserschutz und die Entschlammung der Seen dar. Durch die Entschlammung bleibt die Funktion der Seen als riesige Hochwasserrückhaltebecken bei starken Regenfällen erhalten. Weitere Informationen über den Verband erhalten Sie im Internet unter www.netteverband.de.
Zuletzt geändert am: 03.12.2009 um 15:33
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