Von Eberhard Lange, 25. Mai 2011
A 61/A74: Eine Million Kubikmeter Erde abgraben und aufschütten!
Leuth/Kaldenkirchen. Auch Leuth wird durch das teuerste Straß0enbauprojekt unserer Geschichte verändert: 32 Millionen Euro kostet die drei Kilometer lange Autobahn von der B 221 (Abfahrt Leuth/Kaldenkirchen) bis zur niederländischen Grenze am Trappistenkloster. Rund 60 Millionen investieren die Niederländer in das ebenfalls drei Kilometer lange Teilstück bis zur „Südbrücke“ zwischen Venlo und Tegelen.
Dellerweg erhält neue Brücke
Eine Basisstraße wird ab Herbst 2012 neu vom jetzigen Autobahngrenzübergang Schwanenhaus bis zur neuen A 61 Abfahrt Kaldenkirchen-Nord (VeNeTe) gebaut. Die Autobahnbrücke die jetzt den Dellerweg quert wird abgebrochen. Eine neue zweispurige Brücke wird für die Basisstraße gebaut. Das 40 Jahre alte und 400 Meter lange Autobahnteilstück zwischen Schwanenhaus und neuer Trasse (Am Hellenberg) wird „rückgebaut“. Der Damm mit seiner Böschungsbepflanzung bleibt erhalten. Die Straßendecke wird mindestens 70 Zentimeter abgefräst.
Ab Sommer einspurig nach Venlo
Voraussichtlich wird der Verkehr über die alte A 61 ab Sommer 2011 einspurig nach Venlo rollen. Ab B 221 wird eine „Umfahrung“ aufgeschüttet und als einspurige Autostraße bis Schwanenhaus gebaut. Ab Eisenbahnbrücke/Kälberweide wird der Verkehr einspurig rollen. Für etwa sechs Wochen wird die Auffahrt „Koblenz“ an der B 221 gesperrt.
Bald sieben Kräne in den Äckern
Derzeit prägen fünf große Baukräne die Baustelle zwischen Eisenbahn und Staatsgrenze. In den nächsten Wochen werden zwei weitere Kräne östlich der Eisenbahn für die Brückenbauwerke „Dahlweg / Am Brand“ und „Dellerweg“ aufgestellt.
Bürger Infoabend in der Realschule
Diese Autobahn hat für das europäische Verkehrsnetz höchste Bedeutung und für die Verkehrsministerien in Berlin und Den Haag höchste Priorität. „Man beobachtet uns von Berlin und Den Haag aus.“ bemerkte Imker Halbauer, Abteilungsleiterin beim Landesbetrieb Straßenbau NRW am Dienstagabend in der Aula der Realschule.
Dort begrüßte Ortsvorsteher Ingo Heymann, Vorsitzender des städtischen Planungsausschusses, etwa 80 Interessierte Bürger aus Kaldenkirchen und Leuth und ein gutes Dutzend Behördenvertreter von Landesbetrieb, Stadt (Planung, Abwasserbetrieb, Wirtschaftsförderung) und Wirtschaftsförderung Kreis Viersen (WFG). „Es tut sich was in Kaldenkirchen, wenn man Richtung Schwanenhaus schaut sieht man viele Kräne. Führte Heymann ein:
Seit August 2010 wird gebaggert und gebaut: Die drei Kilometer lange A 61 wird von der B 221 (Abfahrt Leuth/Kaldenkirchen) bis zur Grenze in der Nähe des Trappistenkloster geführt. Einschließlich Lärmschutzwand, Basisstraße und Umfahrungsstraße werden in den nächsten 12 Monaten 62 Millionen Euro verbaut.
Eine Million Kubikmeter Erdmassen werden bewegt
Mehr als eine Million Kubikmeter Erdmassen müssen bewegt werden, unterstrich Imke Halbauer. Zwischen der alten B 7 (Straße An der Kleinbahn und Staatsgrenze werden 380.000 Kubikmeter abgetragen. Die Fahrbahn der „Südbrücke“ in Venlo liegt etwa 20 Meter tiefer als Schwanenhaus. Allerdings müssen zwischen Eisenbahnstrecke und B 221 mindestens 621.000 Kubikmeter Erdreich angeschüttet werden. Der Rangierberg der Bahn t einer zwölf Meter hohen Brücke überwunden, so dass ein zwölf Meter hoher Wall in den Leuther Feldern aufgeschüttet werden muss.
Lärmschutz
Für Lärmschutz wird mehr getan als vorgeschrieben. Die Sektion Schwanenhaus wird mit einem Lärmschutzwall abgeschirmt, zudem erhält das drei Kilometer lange neue Autobahnteilstück einen offenporigen Lärmschutz-Asphaltbeton. „Dafür brauchen wir mindestens 10 Grad Außentemperatur. Wenn es im März kälter ist, muss diese Decke, später aufgebracht werden. Notfalls wird der Verkehr ab 1. April 2011 zur Floriade über die Unterdecke rollen. Wir sind aber optimistisch.“ so Projektleiter Klaus Dahmen.
Viele Fragen: Staub, Bäume, Erhalt alte B 7
Es gab viele Bürgerfragen: Was tut die Bauleitung gegen den Staub? Wollten Anlieger vom Schwanenhaus wissen. Die Bauarbeiter führen langsam über die Staubbedeckten Straßen, aber Bauleiter und Promis rasen. Die Bauleitung versprach mehr Gespräche, bessere Beschilderung und Staubbindung. Ein anderer wollte wissen, ob die Abfahrt B 221 Leuth(Kaldenkirchen erhalten bleibt. Antwort: Ja! Wieder ein anderer sorgte sich um die Allee-Lindenbäume an der alten B 7 (Schwanenhaus/An der Kleinbahn. Antwort: Die Bäume auf der östlichen Seite bleiben erhalten, die auf der Westseite müssen der breiteren Straße weichen. Eine Frage von Anliegern Schwanenhaus: „Könnens wir künftig noch auf bisherigem Weg nach Kaldenkirchen? Antwort: Ja, die alte B 7 bleibt erhalten. Sie wird im Bereich der Autobahnabfahrt „Nord“ auf die neue Basisstraße und von dort auf den zu bauenden Kreisverkehr „Poststraße/An der Kleinbahn/Juiserfeld“ geführt. Sind die Grundstückspreise für das Gewerbegebiet VeNeTe schon bekannt? Antwort: Nein. Sind bereits Grundstücke verkauft? Antwort: Nein!
Nach gut anderthalb Stunden schloss Ingo Heymann die Bürgerversammlung mit der Bemerkung: Wir hatten in Kaldenkirchen schon sehr viel kleinere Baumaßnahmen die sehr viel kontroverser diskutiert wurden.“
Info: A 61/A 74 in Zahlen